Die ReWiG-Idee

Wie wollen wir leben?

„Das beste Kriterium für ökonomische Entscheidungen ist die Frage, ob sie die Fülle des Lebens vergrößern.“ Andreas Weber in der oya

Die Regionale Wirtschaftsgemeinschaft (ReWiG) München wurde am 15.01.2011 als eingetragene Genossenschaft gegründet. Ziel der Genossenschaft ist die Förderung einer dem Leben achtsam zugewandten, zukunftsfähigen Wirtschaftsweise. Dafür beteiligt sich die Genossenschaft aktiv und finanziell an regionalen Firmen und Projekten, die den Kriterien für ökologisches, ökonomisches und soziales Handeln und Wirtschaften entsprechen, oder diese in Zukunft umsetzen möchten.

Kooperation statt Konkurrenz

Der Kriterienkatalog ist von der ReWiG München in Anlehnung an die Gemeinwohlbilanz der Gemeinwohl-Ökonomie (www.gemeinwohl-oekonomie.org) erarbeitet worden. Er basiert auf den Werten von Kooperation, Wertschätzung und Regionalität und bietet zukunftsorientierten Unternehmen fundierte Hilfestellung in den verschiedensten Geschäftsbereichen.

Echte Bedürfnisse

Die Genossenschaft beteiligt sich aktiv, persönlich und finanziell an Unternehmen in der Region (40km im Umkreis Münchens). Vorbild ist die Regionalwert AG in der Region Freiburg. Alle Unternehmen werden regelmäßig durch interne und externe Fachleute betriebswirtschaftlich und hinsichtlich des Kriterienkatalog geprüft.

Bei der Auswahl der Unternehmen werden die Bedürfnisse der Mitglieder und TeilhaberInnen berücksichtigt. Es muss keine künstliche Nachfrage erzeugt werden und die Unternehmen gewinnen einen neuen Kundenkreis.

Von Produzenten und Konsumenten

Das Geld, das die Genossenschaft für die finanzielle Beteiligung an Unternehmen zur Verfügung hat, stammt in erster Linie vom Verkauf von Genussrechten. Die investierenden BürgerInnen tun dies nicht vorrangig unter dem Aspekt einer möglichst hohen Dividende, sondern aus dem Bedürfnis heraus, ihr Geld sinnstiftend und zukunftsfähig anzulegen. Die verfügbaren Mitteln werden durch den Verkauf von Realos, Genossenschaftsanteile und stille Beteiligungen ergänzt.

Die ReWiG strebt eine aktive Zusammenarbeit mit den Unternehmen an. Ziel ist die gegenseitige Unterstützung und die Verbindung von BürgerInnen und Unternehmen. Die Käufer von Genussrechten sind keine anonymen Geldgeber, sondern Wegbegleiter der Unternehmen. Die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten werden durchlässig – Kunden werden damit zu „Prosumenten“.

Handel ohne (Staats-)Geld

Die Genossenschaft betreibt einen Online-Marktplatz mit einer eigenen rein virtuellen Komplementär­währung – dem Realo. Im Gegensatz zu den meisten bestehenden Komplementärwährungen ist der Realo nicht an den Euro gebunden. Mit dem Realo können Mitglieder der Marktgemeinschaft über virtuelle Verrechnungskonten Produkte und Dienstleistungen anbieten und in Anspruch nehmen.

Eine Komplementärwährung ist die sinnvolle Ergänzung des Geldes. Ein Zinseszins-Geldsystem produ­ziert immer Reichtum für Wenige und Mangel für Viele (und ist ohnehin dank der Exponentialfunktion von Zinseszins langfristig unhaltbar). Gleichzeitig ist eine Währung, die als Wertanlage geeignet ist, als Tauschmittel ungeeignet, da es gehortet und dem Kreislauf entzogen wird. Eine Komplementärwährung mit Umlaufsicherung belebt hingegen den Markt allein schon durch den Drang des Währungsbesitzers, seinen Habenstand zeitnah wieder auszugeben. Denn nur so entgeht er der geringen Gebühr, die auf die Kontostände erhoben wird und der Genossenschaft (z.B. zur Kostendeckung) zufließt.

Alle gewerblichen und freiberuflichen Realo-Umsätze sind steuerpflichtig.

Umdenken statt weitermachen wie bisher

Ein auf diese Weise dem Leben dienendes Wirtschaftssystem wird automatisch unseren Umgang miteinander und unser gesamtes Gesellschaftsystem verändern.

Ein neues System wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn es von einem neuen Bewusstsein getragen wird. Vorausschauendes eigenverantwortliches Handeln wurde in unserer Gesellschaft bis jetzt nicht gefördert. Die ReWiG bietet neben der wirtschaftlichen Komponente einen Erfahrungsraum, um alte Gewohnheiten zu hinterfragen und einen neuen Umgang miteinander zu gestalten.

Der ReWiG München liegt das Konzept der Regionalen Wirtschaftsgemeinschaft zugrunde, das von Anna-Lisa Schmalz und Tim Reeves entwickelt wurde. Das Konzept steht unter der Creative-Commons-Lizenz im Internet zur freien Verfügung. Das Team der ReWiG München bietet bei der Gründung von weiteren Wirtschaftsgemeinschaften in Deutschland ihre Unterstützung an.

Sie möchten Mitglied werden? Hier finden Sie unsere Beitrittserklärung als pdf.

Weitere Informationen zum Konzept unter regionale-wirtschaftsgemeinschaft.info